Wie du dich für die richtige Yogalehrerausbildung entscheidest und am meisten aus dem Kompakttraining herausholst

Du spielst mit dem Gedanken, eine Yogalehrerausbildung zu machen?

4 Wochen in einem exotischen Land mehrmals täglich direkt am Strand Yoga üben und 3x täglich lecker ayurvedisch essen – zum Preis von knapp 900€ all inclusive?! In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du dich für die richtige Ausbildung entscheidest und wie du dich am besten vorbereitest, um viel davon mitzunehmen.

Du bist dir nicht sicher, ob du danach unterrichten möchtest? Damit bist du nicht allein. Gerade wenn du ins Ausland willst, ist das gar nicht so schlimm: denn für den Preis hast du auch eine normale 4wöchige Reise gemacht. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du dir Yogalehrerausbildung einfach in ein Retreat ändern und auf die Theorie verzichten. Eine Lernerfahrung ist es aber auf jeden Fall, und wenn es nur für dich selbst ist! Wenn du nicht aufhören kannst, ans Teacher Training zu denken, mach es. Ich hab mich auch selbst für verrückt erklärt bis der erste Tag angefangen hat – aber ich konnte einfach nicht aufhören, davon zu träumen.

Vor- und Nachteile der Yogalehrerausbildung im Ausland

Theoretisch darf sich jeder in Deutschland auch ohne Ausbildung Yogalehrer nennen. Aber wer will schon verantwortlich für die Verletzungen seiner Schüler sein? Da es inzwischen auch die Krankenkassenzulassung gibt, schauen doch viele Leute auf die Ausbildung der Yogalehrer. Und die Kompaktausbildung wird von vielen kritisch betrachtet, damit könne man doch nicht gut und sicher unterrichten. Allgemein sollte man sich aber als Lehrer immer weiterbilden und neues lernen! Deshalb kann man auch sehr gut mit einer Kompaktausbildung tolle Stunden unterrichten. Es ist aber definitiv leichter, wenn man schon Vorwissen hat oder auch schon Unterrichtserfahrung gesammelt hat. Ich fand es super schön, mir wirklich mindestens einen Monat eine Auszeit zu nehmen und mich intensiv nur mit Yoga und gesundem Lifestyle beschäftigen zu können. Einfach mal raus aus allen Routinen 😊

Ein Vorteil der Ausbildungen in Deutschland ist, dass sie mindestens 1 Jahr dauern und damit Zeit genug ist, das Gelernte zu vertiefen. Doch sie kosten dadurch mindestens auch das doppelte oder dreifache. Für mich kam es nicht in Frage, da ich ja gar nicht sicher war, ob ich wirklich unterrichten möchte. Und wenn du wie ich noch eine kulturelle Erfahrung haben magst und die Wurzeln von Yoga erleben möchtest, ja dann liegt z.B. Indien wirklich nahe. Gute Englischkenntnisse sind aber Pflicht, sonst wird es wirklich mühsam!

Wie du dich für eine Yogalehrerausbildung entscheidest

  1. Dauer: Die gängigste Einsteigerausbildung ist die 200 Stunden Ausbildung, die meisten über 20 Tage dauert. Yoga Alliance Approved oder nicht – darüber könnte ich einen ganzen extra Artikel schreiben. Es ist später leichter, wenn die Ausbildung das Zertifikat hat, aber es muss nicht heißen, dass die Yoga Alliance dich nachher aufnimmt. Und es gibt wirklich außergewöhnliche Teacher Trainings, die nicht Yoga Alliance zertifiziert sind.

2. Stilrichtung: Ich konnte mich nicht entscheiden und wollte ganz viel ausprobieren. Am wichtigsten war für mich aber Aerial Yoga. Daher hab ich mich für eine Multistyle Ausbildung entschieden. Wenn du schon eine Lieblingsstilrichtung hast oder danach auf jeden Fall unterrichten willst, würde ich mich aber auf eine Ausbildung mit etwa 2 Stilrichtungen festlegen. Denn bei Multistyle lernst du von allem etwas, aber eben nicht so vertieft.

3. Kursplan: Schau dir den täglichen Ablauf von den verschiedenen Schulen genau an. Wie viel Anteile an Praxis, Theorie, Meditation, Anatomie und Philosophie passen zu dir? Brauchst du am Wochenende frei oder reicht dir 1 Tag? Gibt es zusätzliches Programm oder Workshops?

4. Lehrer: Informier dich über die Lehrer, die dort unterrichten. Von ihnen lernst du und sie werden deinen Stil beeinflussen. Passen sie zu dir? Denkst du sie können dir das beibringen, was du lernen möchtest? Können sie inspirierende Vorbilder sein? Lies auch ein paar Bewertungen oder schreib vorab schonmal mit der Schule, um ein Gefühl zu bekommen. Ich fand es super, eine Kombination von indischen und westlichen Lehrern als Inspiration zu haben.

5. Unterkunft und Essen: Möchtest du jeden Tag an den Strand gehen können? Oder lieber in den Bergen, in Tourigebieten oder in einem Ashram ganz fernab der Zivilisation deine Yogaerfahrung machen? Ist das Essen inklusive oder musst du dich selbst darum kümmern? Hier musst du natürlich entscheiden, was sich besser für dich anfühlt. Die Ernährung wird meist ayurvedisch vegetarisch/vegan sein. Wir hatten einige Fleischesser in der Ausbildung, die ordentlich mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen hatten. Lieber vorher schon etwas umstellen und den Körper entgiften 😊Entscheidend ist dann auch die Unterkunft. Wie luxuriös möchtest du es? Kannst du 4 Wochen mit 5 anderen Mitbewohnern auf engem Raum leben oder brauchst du ein kleineres oder sogar Einzelzimmer? Ich habe mich für ein Dorm mit Mädels entschieden, obwohl ich sehr introvertiert bin und extrem viel Zeit für mich brauche. Es ist die billigste Variante und das Ashram ist groß genug, dass du leicht einen Platz zum allein sein findest.

Hilfreich bei der Suche:

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Die besten Yoga-Hippie-Reiseziele

  1. Der Klassiker: Indien natürlich! Der Geburtsort von Yoga. Hier musst du auf Luxus verzichten und dich auf einen Kulturschock einstellen. Dafür sind die Preise billig, das Essen ist genial und es ist wirklich eine authentische Erfahrung.
  2. Der Hype: Bali. Internationale Lehrer und hippe Yogahotspots gibt es hier an allen Ecken. Wenn Geld keine Rolle spielt – hier gibt es geniale Trainings und der Vibe ist wirklich trotz Massentourismus magisch. Das Yoga Barn oder Radiantly Alive verdienen den Hype tatsächlich auch.
  3. Guatemala: Es gibt Trainings am Lake Atitlan, der von vielen Yogis als spiritueller Ort wahrgenommen wird. Hier gibt es wirklich magische Ausbildungen und durch Guatemala kann man anschließend gut herumreisen, da das Land nicht so groß ist 😊
  4. Costa Rica: Hier gibt es in Zentralamerika wohl die meisten Ashrams. Yogaausbildungen boomen hier, und auch hier gibt die Chance, viele international bekannte Yogalehrer kennen zu lernen.
  5. Thailand: hier gibt es ganz günstige Ausbildungen, dazu aber meist noch etwas mehr Luxus wie in Indien. Wem Strand wichtig ist und auch zum anschließenden Reisen, der kann in Thailand das wirklich mit gutem Budget machen. Und auch hier bleibt der Kulturschock bestimmt nicht aus 😊

Vorbereitungen aufs Training

  • Informationen vom Auswärtigen Amt: Die Visabestimmungen sind natürlich wichtig, in Indien muss man vorab ein E-Visa kaufen. Alles aber ganz easy 😊 Wichtig ist auch, ob du Impfungen wie z.B. Gelbfieber brauchst. Bring den Impfpass auf den neuesten Stand und plan das rechtzeitig, sonst hat dein Körper viel zu kämpfen.
  • Vorher lernen macht es dir so viel leichter. Die meisten Schulen geben vorab Buchtipps oder fordern es sogar zu Vorbereitung. Gute Bücher zum Einstieg sind z.B. Light on Yoga, Hatha Yoga Pradipika, Yoga Sutras, The heart of yoga , Yoga AnatomieYoga SequencingTheme weaver (z.T. Affiliate Links)
  •  Lern Basic Sanskrit. Falls du in Yogakurse gehst nennen die Yogalehrer oft die Namen von den Posen oder du kannst sie darum bitten. Beim Teacher Training dabei ständig durcheinander zu kommen, ist einfach nervig. Man kann sich auch leicht Eselsbrücken basteln 😊
  • Falls du gar keine Anatomiekenntnisse hast: Auch das macht es dir leichter, wenn du zumindest ein paar Muskeln oder Knochen schon kennst. Und ja, es ist wichtig. Um den Körper richtig zu benutzen und Verletzungen vorzubeugen, brauchst du unbedingt so viel Anatomiewissen wie möglich. Das kann man sich auch während der Yogapraxis schon angewöhnen: Beobachten, welche Muskeln man benutzt, wie die Pose wirkt, was für Gegenhaltungen es gibt, sich die Körperteile und die lateinischen Namen aufsagen…Unser Körper ist wirklich ein Wunder und ich finde es absolut faszinierend, mehr über die Funktionen zu lernen.
  • Tägliches Yogatraining: Und wenn es nur 20-30 Minuten sind, versuch ca. 30 Tage vor dem Training konstant Yoga zu üben. Du wirst vermutlich sowieso Muskelkater haben, so kämpfst du aber nicht so sehr und dein Körper ist weniger anfällig für Verletzungen. Es ist ärgerlich, bei der Ausbildung aussetzen zu müssen und Schmerzen zu haben. Vor allem das indische Yoga hab ich als sehr militärisch empfunden. Dafür hab ich dann die Liebe zum ruhigen Yin Yoga entdeckt 😊
  • Packliste: Ein Koffer wird umständlich sein, vor allem wenn du davor oder danach noch reist. Nimm nicht die allerbesten Klamotten mit. Ich hab nur alte mitgenommen und musste trotzdem einiges wegwerfen, da sie die Handwäsche einfach nicht vertragen. Und wenn es ein tropisches Land ist: Pack nicht nur hautenge Kleidung ein, auch wenn es Sportbekleidung ist. Ich hatte nach 2 Wochen schlimm juckenden Hitzeausschlag, weil meine Haut in den Fitnessklamotten bei 40 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit nicht genug atmen konnte. Außerdem kann es nicht schaden, eine auffüllbare Wasserflasche, Snacks wie Nüsse, Trockenfrüchte + Proteinriegel sowie eine gut ausgestattete Reiseapotheke dabei zu haben. Für die Trainings wird außerdem ein Journal, ein PC oder Tablet mit Tastatur empfohlen, da man Essays schreiben muss.

Ich hoffe, der Beitrag hat dir weitergeholfen und wenn du jetzt noch Fragen hast, schreib mir gerne. Und wenn du selbst eine Ausbildung gemacht hast, ergänz gern noch deine Tipps in den Kommentaren 😊